Verein Zigeunerkulturwoche Zürich

Der Verein organisiert die jeweils im Sommer stattfindenden Zigeunerkulturtage in Zürich und die dazugehörenden Aktivitäten, wie z.B. die Schulklassenführungen. Diese Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum realisiert.

Die Kultur und Lebensweise der Jenischen, der Roma und der Sinti wird an diesem grossen traditionell-urbanen Festival erlebbar gemacht dank einem vielfältigen Programm, Podiumsgesprächen und persönlichen Begegnungen auf dem temporären Durchgangsplatz der Fahrenden.

Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum
Die Genossenschaft wurde 1985 von Jenischen gegründet. Aktuell ist Popi Alfred Werro der Präsident. Zuvor war die leider 2019 verstorbene Maria Mehr viele Jahre lang Präsidentin der Genossenschaft, beide sind Jenische. Die Genossenschaft macht sich stark sowohl für die Lebensweise der Fahrenden als auch für die Anerkennung von Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz. Sie ist auf verschiedenen Plätzen in der Schweiz unterwegs, lädt Schulklassen ein, pflegt traditionelles Handwerk wie Scherenschleifen, Korben, Stuhlflechten, Schirmflicken, Hausieren oder Kartenlegen und organisiert Kulturtage. Hier ist die Hompage der Genossenschaft.

Kontakt via E-Mail an zkulturw(AT)gmx.ch

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Ihre Spende erreicht uns via: CH30 0900 0000 8926 9836 6; Zigeunerkulturwoche Zürich.

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Unser Standpunkt zum Begriff «Zigeuner:innen»

Zu den vor allem im deutschsprachigen Raum geführten öffentlich, medial und wissenschaftlich geführten Debatten rund um das Z-Wort präsentieren wir drei Kernerkenntnisse:

 

1. Von der abwertenden Fremdbezeichnung zur stolzen Selbstbezeichnung

Einerseits wurden (früher) mit dem Z-Begriff (als «herumziehende Gauner») unterschiedliche Volks- und Berufsgruppen wie Marktfahrende, Hausierer:innen, Schausteller:innen, Musikant:innen höchst abwertend bezeichnet. Der Begriff wurde auch für die gezielten Vernichtungen im Holocaust benutzt und spielte bei der Verweigerung von Schutz und Anerkennung von nicht genehmer Lebensweise eine führende Rolle. Andererseits ist der Z-Begriff während den vielen Jahren für viele zur positiven, ermächtigenden Selbstzuschreibung geworden (analog dazu Schwule/Lesben, Jüd:innen statt «Israelit:innen», Weiber etc.). Zudem eröffnet er einen literarischen Sprachraum, der im Gegensatz zum Wortverbot zum Nachdenken anregt. Dabei sind mögliche Risiken wie z.B. Freiraum für rassistische Diskriminierungen («Zigeuner:innen» als Schimpfwort) abzuwägen.

 

2. Selbstbestimmung bei der Selbstbezeichnung

Es geht nicht an, dass Betroffenen das Z-Wort gegen ihren Willen aufgedrängt wird; es ist aber auch nicht zulässig, es bei Eigengebrauch zu verbieten. Der Wunsch der in den meisten Fällen sesshaften Roma, das Z-Wort ihnen gegenüber nicht zu verwenden, ist zu respektieren und umzusetzen. Schwierig wird es allerdings, wenn (wie bspw. deutsche und österreichische Dachorganisationen) als Oberbegriff für die Z-Volksgruppen lediglich die Bezeichnung «Roma» gelten soll. Damit werden z.B. Jenische, Sinti, Manische, Aschkali oder Travellers mitsubsumiert, die sich aber nicht als Roma fühlen und ihre eigene Volksgruppe reklamieren. Ein Oberbegriff wie das Z-Wort trägt zudem der Tatsache Rechnung, dass Nachkommen aus unterschiedlichen Volksgruppen entstammen können.

 

3. Regeln und Bedingungen für den Umgang anstatt Verdrängung

Mit der sprachlichen Tabuisierung des Begriffs «Zigeuner:innen» würden die Opfer des Holocausts und der Verbrechen der offiziellen Schweiz («Kinder der Landstrasse») aus dem öffentlichen Bewusstsein getilgt, also gewissermassen ein zweites Mal gelöscht werden. Entsprechend kommt es immer darauf an, wer mit welcher Absicht, Wortwahl und in welchem konkreten Kontext sich des Z-Wortes bedient.

Es braucht eine positive Würdigung und keine Abwertung. Aber auch wenn eine positive Konotierung vorliegt, wäre es wünschenswert und sicher die beste Variante, würden die Volksgruppen mit ihren korrekten Namen bezeichnet.